Forschungen und Berichte

Achim Hubel: Die Glasmalereien des Regensburger Doms vom 13. bis zum 20. Jahrhundert

Achim Hubel: Die Glasmalereien des Regensburger Doms vom 13. bis zum 20. Jahrhundert (= Regensburger Domstiftung Band 7), Regensburg: Schnell & Steiner 2021; 416 Seiten. – Rezension hierzu: Christoph Auffarth, in: rpi-virtuell, 12. Februar 2022. Link: Buchempfehlungen/2022/02/12/hubel-glasmalereien/

Der Regensburger Dom besitzt mit etwa 1.100 Feldern einen der größten Bestände an mittelalterlichen Glasmalereien in Europa, die noch dazu erstaunlich gut erhalten sind. Sie spiegeln in hoher Qualität die künstlerischen Wandlungen von der ausgehenden Romanik bis zur Spätgotik wider. Der vorliegende Band behandelt, beschreibt und würdigt alle Glasmalereien im Dom, zeigt durchgehend Farbabbildungen und lässt so zum ersten Mal die wesentlich von der Farbe geprägten Kompositionen nachvollziehen. Ausführlich werden auch die Technik der Glasmalerei und ihre Bedeutung für den Dom geschildert.

 

Durch neue Forschungen gelang der Nachweis, dass ein Großteil der Farbfenster von Regensburger Malern geschaffen wurde, die gleichzeitig auch Wand- und Tafelbilder angefertigt haben. Unsere Vorstellung von der Regensburger Malerei dieses Zeitraums gewinnt dadurch eine völlig neue Dimension, die ebenbürtig neben den Glanzleistungen der Architektur und der übrigen Bildkünste in Regensburger steht. Behandelt werden auch die übrigen Glasmalereien im Dom. Hervorzuheben sind die Schöpfungen des 19. Jahrhunderts, die zu den Meisterwerken der damals erst wiederentdeckten Kunst der Glasmalerei zählen. Schließlich schuf Josef Oberberger in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts moderne, behutsam angepasste Fenster, so dass der Innenraum seitdem lückenlos von Glasmalereien umhüllt ist.

Nadine Merk, Ist das Kaufhaus Galeria Kaufhof ein Baudenkmal?

Wie lasse ich Regensburger:innen explodieren? Ganz einfach: Ich schwärme von der Schönheit des Kaufhauses Galeria. Schocken, Merkur, Horten, Kaufhof, Galeria Kaufhof, Galeria – viele Namen trug jener „große Klotz“ an der Ostseite des Neupfarrplatzes, der seit fast 50 Jahren die Gemüter erregt wie kein anderes Bauwerk in der Altstadt.
 
Und doch: Die Frage nach der Denkmalwürdigkeit solcher Kaufhausbauten der 1960er und frühen 1970er Jahre stellt sich vielerorts in dem Maße, in dem immer mehr dieser wahrhaft prägenden Nachkriegsbauten aus unseren Städten verschwinden. Beim Kaufhaus Galeria handelt es sich um einen charakteristischen und doch in mancherlei Hinsicht außergewöhnlichen Bau einer abgeschlossenen historischen Architekturepoche. Nach der Definition in Art. 1 des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes müssen wir uns diesem Thema über kürzer oder länger stellen: „Denkmäler sind von Menschen geschaffene Sachen oder Teile davon aus vergangener Zeit, deren Erhaltung wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt.“
 
Was charakterisiert dieses Gebäude, was sind seine besonderen baulichen Merkmale, wie verhält es sich zur Altstadt? Besitzt es das Potenzial, ein Baudenkmal zu werden? Das waren Fragen, die der Kunsthistorikerin Nadine Merk gestellt wurden. Sie hat sich in einem spannenden Beitrag damit beschäftigt.